Schallpegel im Raum
K: Direktschallfeld der Kugelquelle
D: Diffusschallfeld
rh: Hallradius
Der Schallpegel ist ein Maß für die Lautstärke einer Schallquelle. In einem Raum wird der Schallpegel von zwei unterschiedlichen Schallfeldern geprägt, dem Direktschallfeld und dem Diffusschallfeld.
Das Direktschallfeld ist das Schallfeld, das um eine Schallquelle herum entstehen würde, wenn der Raum keine Begrenzungsflächen hätte. Der Schallpegel nimmt mit größer werdendem Abstand zur Quelle kontinuierlich ab. Im Falle einer Kugelquelle, die den Schall in alle Richtungen gleichmäßig abstrahlt, beträgt die Abnahme 6 dB pro Entfernungsverdoppelung.
Das Diffusschallfeld entsteht durch die an den Begrenzungsflächen des Raumes reflektierten Schallanteile. Sie breiten sich kreuz und quer im Raum aus und füllen ihn gleichmäßig mit Schallenergie. Folglich misst man im Diffusschallfeld überall den gleichen Schallpegel.
Beide Schallfelder überlagern sich. In der Umgebung der Schallquelle ist das Direktschallfeld pegelbestimmend, in größerer Entfernung das Diffusschallfeld. Der Abstand von der Schallquelle, an dem der Pegel des Direktschallfeldes gleich dem Pegel des Diffusschallfeldes ist, nennt man den Hallradius.
Sowohl in der DIN 18041 als auch in der ÖNORM B 8115-3 wird eine Gruppe von Räumen definiert, in denen vor allem darauf geachtet werden muss, dass es bei normaler Nutzung nicht zu laut wird. Weiter unten werden einige Beispiele genannt. Beide Normen definieren dafür je zwei Bedingungen, von denen entweder die eine oder die andere eingehalten werden soll.
Die erste Bedingung nach DIN 18041 ist erfüllt, wenn Möbel, Personen und zusätzliche raumakustische Maßnahmen insgesamt eine ausreichende schallschluckende Wirkung entfalten. Dazu wird die gesamte im Raum befindliche äquivalente Schallabsorptionsfläche in einen mittleren Schallabsorptionsgrad α–der Raumoberfläche umgerechnet. Dieser mittlere Schallabsorptionsgrad sollte im Frequenzbereich von 250 Hz bis 2000 Hz größer oder gleich 0.35 sein. Die zweite Bedingung nach DIN 18041 betrachtet dagegen die Pegelminderung des Diffusschallfeldes, die durch raumakustische Maßnahmen erreicht werden kann. Ist die Pegelminderung ΔL im Frequenzbereich von 250 Hz bis 2000 Hz größer oder gleich 3 dB, so gelten die raumakustischen Maßnahmen als sinnvoll.
Die ÖNORM B 8115-3 definiert zwei frequenzabhängige Toleranzgrenzen. Die erste gilt für den mittleren Schallabsorptionsgrad αm,B der Raumbegrenzungsflächen. Die zweite für den mittleren Schallabsorptionsgrad αm der Raumbegrenzungsflächen unter Einbeziehung der Möbel, die sich im Raum befinden.
Büro, Call Center:
Für Büros gibt es eine große Palette an Unterdecken, mit denen man eine ausreichende Lärmminderung erreichen kann. Mittlerweile werden aber immer häufiger thermoaktive Decken eingesetzt. In diese Decken, meist in Beton ausgeführt, werden wasserführende Rohre eingegossen. Dadurch lassen sie sich auf eine bestimmte Temperatur heizen oder kühlen. Diese thermoaktiven Decken dürfen nicht oder nur in Teilbereichen mit wärmedämmenden Unterdecken versehen werden. Hier sind spezielle, senkrecht hängende Absorber oder gut wärmeleitende Einzelelemente mit metallischem Rahmen und einer Oberfläche aus gelochtem Metallblech einzusetzen, unterstützt von Schallabsorbern an den Wänden, in Stellwänden oder in Möbeln.
Sprech-, Behandlungs-, Operations-, Krankenzimmer:
Diese Räume sind aus hygienischen Gründen meist mit leicht zu reinigenden, kaum schallschluckenden Möbeln ausgestattet. Schon geringe Mengen an zusätzlichen Schallabsorbern können hier die Akustik deutlich verbessern. Viele Hersteller bieten spezielle Systeme an, die den hohen Anforderungen an die Hygiene gerecht werden.
Kantine, Bar, Restaurant:
Wenn in Gaststätten eine ruhige und angenehme Atmosphäre erzielt werden soll, spielt die Raumakustik eine entscheidende Rolle. Teilweise kann eine ausreichende Schallabsorption durch die Verwendung von gepolsterten Stühlen, großzügigen Gardinen und langen Tischdecken erreicht werden. Falls in modernem Ambiente mit viel Stahl und Glas solche Accessoires unerwünscht sind, kann dennoch eine gute Akustik erreicht werden. Und zwar durch die Verwendung von fugenlosen Akustiksystemen, die wie eine verputzte Oberfläche aussehen.
Fahrkarten-, Bankschalter, Verkaufsraum, Flughafen-, Bahnhofshallen, Museum, Ausstellungsraum:
All diese Räume erhalten eine freundlichere Atmosphäre, wenn sie nicht zu hallig sind. Häufig lassen sich die notwendigen Schallabsorber unauffällig in die architektonische Gestaltung integrieren.
Treppenhaus, Flur, Foyer:
Auch Treppenhäuser, Flure und Foyers sind meist angenehmer, wenn sie nicht nur mit schallharten Oberflächen ausgestattet sind. Zur Reduzierung des Schallpegels sollten sie wenigstens in Teilbereichen absorbierende Wand- oder Deckenverkleidungen erhalten.